Int Micha Saenger

Interview von Micha Sänger (Büchernerds): 29.04.2018

Heute kommt das Interview mit der lieben Christina Schwarz, deren Buch

“Wenn der Sommer Schatten wirft”

wir gestern vorgestellt haben

 

BN: Was hat dich dazu bewogen, über solche Themen in deinem Krimi zu schreiben , da es sich ja um keine einfachen Themen handelt ? 

Christina:  Die Themen meiner Krimis bewegen mich ganz persönlich. Meine Erfahrungen und Erlebnisse aus meiner vorherigen psychotherapeutischen Arbeit, die ich in 20 Jahren meiner eig. Praxis gemacht habe, mein immer schon großes Interesse an der Psychologie von Opfern und Tätern sowie meine eigene, kritische Haltung zu Gesellschaft, Politik, Religion und Kirche finden sich in den Krimis wieder. In meinen Geschichten kann ich meiner Wut und Trauer über diese Wirklichkeit sowie dem Wunsch zu differenzierter Betrachtung und auch meiner Sehnsucht nach aufrechten, kämpferischen Menschen wie eben dem Kommissar Paul Anderlech freien Lauf lassen, ohne dabei in Friede, Freude, Eierkuchen abzugleiten. Engagement und Scheitern gehen bei meinen Figuren Hand in Hand, aber die Hoffnung bleibt.

BN: Wie bereitet man sich auf solch ein Thema vor ? 

Christina:  Die Themen sind in mir selbst, sind Teil von mir. Ich kann sie gar nicht vorbereiten, weil es einfach aus meinen Fingern in die Tatstatur strömt, lach. Ich habe vorher keinen Plot, weiß nie, welche Geschichten und Handlungen sich ergeben werden, welche Charaktere meine Protagonisten entwickeln werden. Wie sie sind, was sie erleben ist irgendwie auch Teil von meiner Persönlichkeit.

BN: Geht es in den Folgefällen von Kommissar Anderlech genau so brisant weiter ?

Christina:  Ja, es geht genauso weiter. Im zweiten Band geht es um den schmalen Grat von Genie und Wahnsinn, um Autismus, der fiktiv zugespitzt wird, um eine Kunstfigur, die das Leben und andere Menschen nicht fühlt und erlebt, sondern als Musik, als Klänge und Töne hört und erleidet. Im dritten Band dreht es sich um organisierte Kriminalität, um Korruption in Politik, Wirtschaft und Kirche, und im vierten Band um ethische Fragen in der Wissenschaft, dem Drang, Wissen zu erlangen, um Grenzen. Darum, wann was gut , schlecht, verboten oder auch nur verwerflich ist. Immer aber geht es mir darum, emotionale Perspektivwechsel möglich zu machen. Das Leben ist nicht nur Schwarz und Weiß.

BN: Schreibst du auch noch Bücher in einer anderen Leserichtung oder bist du festgelegt auf Krimis ?

Christina:  Ich habe ein psychologisches Fachbuch geschrieben über eine Methode, die ich selbst entwickelt und mit der ich viele Jahre gearbeitet habe. Es war das Versprechen an meine Klienten,dass sie sich dadurch selbst weiterhelfen können, nachdem ich fürs Schreiben meine Praxis zugemacht hatte. Aber natürlich ist es für jeden möglich, sich da einzulesen. Und ich habe eine Sammlung von skurril-ironischen, spannenden Geschichten und Gedichten herausgebracht. Es heißt Flash Mystery und es sind Flash Fictions, Kurzgeschichten, Gedichte und Links zu Audiolesungen meiner Anderlech-Bücher.

BN: Was für Bücher bzw. Buchrichtungen liest du privat, wenn du Zeit dafür hast ? 

Christina:  Ich lese gern und viel, alles mögliche. Krimis natürlich, aber auch klassische Romane (Dostojewski, Emile Zola mag ich ganz besonders), Lyrik, Philosophie genauso wie wissenschaftliche Literatur zu Gehirnforschung beispielsweise.

BN: Wie würdest du dich in 3 Worten beschreiben?

Christina:  oh je… Grüblerisch, freundlich, hilfsbereit

BN : Welches Tier wärst du gerne ?

Christina:  Immer schon ein Adler. Der Blick von dort oben auf die Welt muss ganz besonders sein und verändert sicher vieles. Dazu der Stolz und diese Schönheit und Anmut

BN: Hast du denn auch noch andere Hobbies, außer dem Schreiben 

Christina:  Ich höre sehr gern Musik, auch da querbeet, Klassik genauso wie Hardrock. Ich gehe gern in Konzerte, Opern, Theater. Ich koche gern große Menüs für Freunde, Schwimmen mag ich sehr sehr gerne

BN: Dürfen wir uns denn schon bald auf ein neues Buch von dir freuen? Ist schon was in Planung ?

Christina:  Momentan sitze ich über dem fünften Anderlech. Ich möchte aber auch ein Vorlesebuch für Kinder zwischen drei und sechs Jahren schreiben. Ich finde es so wahnsinnig schön, wenn es Geschichten sind, die auch den Erwachsenen gefallen, denn erst dann verbindet das gemeinsame Vorlesen wirklich

Vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast für ein kurzes Interview

Anna & Micha

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