Stationen eines Hörbuchs

Es surrt und pfeift in meinem Kopf, während mir immer wieder dasselbe durch den Sinn geht: das geht gar nicht, diese Stimme hört sich einfach furchtbar an. Schluss, aus!

Warum nur mag man seine eigene Stimme nicht? Ein Phänomen, das wohl ein jeder von sich selbst kennt bis auf die wenigen Ausnahmen von Menschen, die ja immer alles an sich mögen. Oh doch, so etwas gibt es, habe ich mir sagen lassen.

Ich kann es kaum glauben, aber diese Spezies Mensch macht mich manchmal wahnsinnig wütend und doch auch wieder zuversichtlich. Warum sollte es mir denn nicht auch gelingen, wenigstens meine eigene Stimme zu lieben?

Mit der Nacht bleiben fürs Erste auch meine Zweifel im Schlafzimmer zurück und ich stürze mich wieder in die nächsten Kapitel meines Buches, die ich mir für heute vorgenommen habe zu lesen.

Mit jedem laut ausgesprochenem Wort wächst mein Erstaunen darüber, dass wirklich ich diese wunderbaren Zeilen erschaffen haben soll.

Doch ja, ich habe das tatsächlich geschrieben, diese Geschichte, habe ihr ihre literarische Gestalt gegeben und diese lebendigen Figuren geboren. Mit jedem Tag wird meine Freude größer, stärker und mit ihr meine Zuversicht und mein Glaube an mich selbst.

Am Ende weiß ich zwar noch immer nicht, ob meine Stimme nun schön ist oder nicht, aber ich habe erfahren, dass mein Buch es auf jeden Fall ist.

Bitnami