Nur ein Wort


Unendlich langsam bahnt sich eine Träne ihren Weg über ihre Wange. Fast scheint es, als kämpfe sie erbittert darum, diese eine verhasste Träne ungeschehen zu machen. Aber sie ist da, hat sich gegen ihren Willen aus ihrem Augenwinkel gestohlen und ist für jedermann sichtbar und mit ihr auch ihr Herzleid und ihre Verwundbarkeit.

Es gibt viele Arten von Tränen. Jene, die der kalte, stürmische Herbstwind dir aus den Augen presst und welche nichts weiter zu bedeuten haben. Und Tränen aus Mitgefühl und Sentimentalität, die von einem großen Herzen zeugen oder einfach nur, weil man von Natur aus nahe am Wasser gebaut hat. Auch Tränen, die der körperliche Schmerz dir in die Augen treibt, sind leichter zu ertragen.

Aber dann gibt es eben solche, die dich vor anderen entblößen und deinem Gegner satte Zufriedenheit bescheren, weil er erreicht hat, was er erreichen wollte. Da hilft auch das Wissen nicht, dass es sich bei solchen Menschen um emotionale Irrläufer handelt.

Es sind Tränen seelischen Leids, Ausdruck tiefer innerer Verletzung, die dein Menschsein in Frage stellen, deine menschliche Unversehrtheit zerstören, dir den Boden unter den Füßen wegziehen.

Für diese Tränen genügen nur wenige Worte.

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